Höllgrotten Baar

GEOLOGIE

Phase 1 – Von den Flüssen der Urzeit

Sand und Mergel bilden die tieferen Gesteinsschichten des Zugerlandes. Es ist das von den Flüssen der Urzeit ins Vorland geschwemmte Verwitterungsmaterial des werdenden Alpengebirges. Diese festen, schwerdurchlässigen Gesteinsschichten werden als Molasse bezeichnet. Darüber lagerten die Gletscher der früheren Eiszeit Schichten von Geschiebe und Geröll ab. Auf diesem wenig kompakten und damit durchlässigen Deckenschotter liegen die Grund- und Seitenmoränen der späteren Vergletscherungen. Die zahlreichen Kuppen und abflusslosen Mulden zwischen Sihl und Lorze sind ein Werk der letzten Eiszeit. Sie sind ein ideales Sammelgebiet, wo grosse Mengen von Regenwasser versickern.

Dieses kohlesäurehaltige Regenwasser löst beim Durchströmen des kalkreichen Deckenschotters den Kalk. Die undurchlässige Schicht der Molasse liess das kalkreiche Wasser über die Schluchtwände des Lorzentobels hinabrieseln. Druckentlastung und Kohlesäureverlust des Quellwassers an die Luft sind Ursache dafür, dass der Kalk als Tuff ausgeschieden wird. Mit der Zeit bildete sich ein nach unten wachsender Vorhang, der dahinterliegende Hohlräume von verschiedenster Grösse abschloss. Der gesamte Tuffstock, in dem die Höhlen liegen, gehört in die geologische Periode der Gegenwart und dürfte vor 5000 – 10000 Jahren entstanden sein.

Phase 2 – Steter Tropfen formt den Stein

Aus den Kalkausscheidungen des abtropfenden Wassers entfaltet sich eine Fülle verschiedenster Formen. Am besten bekannt sind die Decken- und Bodenzapfen. Deckenzapfen werden als Stalaktiten (griech. stalactos = tropfend) bezeichnet, die Bodenzapfen als Stalagmiten (griech. stalagmos = getropft).

Sie fragen sich, wie diese verschiedenen Tropfsteingebilde entstehen?
Tritt kalkreiches Wasser tropfenweise aus einer Spalte an der Decke aus, dann entstehen durch Kohlesäureverlust auf dem Tropfen Kristallkeime von Kalzit. Sie wandern auf der Tropfenoberfläche zurück zur Decke und setzen sich dort fest. Dadurch bildet sich der Ansatz eines Sinterröhrchens. Fliesst nun zusätzlich Wasser über die Aussenseite herunter, wird auch dort Kalk abgesetzt. Dadurch wird das Sinterröhrchen immer dicker, es verliert seine Zerbrechlichkeit und wandelt sich zum Stalaktiten. Am Ende des Stalaktiten tropft das Wasser ab. Beim Aufschlagen auf dem Boden setzt der Tropfen ebenfalls den freiwerdenden Kalk ab und baut damit den Stalagmiten auf. Solche «Kerzen» können viele Meter hoch werden. Sie wachsen jedoch langsamer als die Stalaktiten.

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Eine 20-seitige Fachpublikation der Naturforschenden Gesellschaft Zürich, «Die Höllgrotten bei Baar, Entstehungsgeschichte und Altersbestimmungen an Quelltuffen» kann bestellt werden bei bitte Name und Adresse angeben.

Stück CHF 4.00 zuzüglich Porto
Autoren: Georg Wyssling, Jost Eikenberg

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